Überfallstatistik Deutschland 2026: Wo liegen die Brennpunkte?

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Zuletzt aktualisiert: April 2026 | Autor: Stadtritter GmbH – Betreiber des HelpMeButton und einer VdS-zertifizierten 24/7 Notruf- und Serviceleitstelle

Die polizeiliche Kriminalstatistik zeigt regionale Unterschiede und deutliche Risiko-Branchen. Wir analysieren die Zahlen 2024 (BKA) und leiten konkrete Schutzmaßnahmen für besonders betroffene Betriebe ab.


Das Wichtigste in 30 Sekunden:
– PKS 2024 (BKA): mehrere tausend Raubüberfälle auf gewerbliche Ziele in Deutschland — Größenordnung im fünfstelligen Bereich
– Top-Branchen: Tankstellen, Apotheken, Spielhallen, Filialbanken
– Regionale Hotspots: NRW, Berlin, Hamburg, Hessen
– Aufklärungsquote im niedrigen 50er-Bereich — mit Videotechnik deutlich höher
– Prävention wirkt: dokumentierter Rückgang bei Betrieben mit stillem Alarm und Aufschaltung


Überblick Bundesgebiet

Die polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) des BKA weist seit Jahren mehrere tausend Raubüberfälle auf gewerbliche Ziele aus. Die exakten Zahlen für das Berichtsjahr 2024 sind im BKA-Bericht zur PKS 2024 abrufbar. Schwerpunkte liegen in urbanen Zentren. Die größten Kategorien: Einzelhandel, Tankstellen und Geldautomaten. Nicht erfasst sind Fälle ohne Anzeige — die Dunkelziffer ist je nach Branche erheblich.

Top 5 Risiko-Branchen

Tankstellen: Hohe Bargeldführung, 24/7 Öffnungszeiten, oft allein besetzt. Schutzmaßnahmen: stiller Alarm, Kassenzugriff beschränken, Videoüberwachung mit Leitstelle. Vertieft im Fachartikel Tankstellen und Kioske absichern.

Apotheken: Besonders BTM-führende Apotheken. Häufige Angriffsform: vorgetäuschte Rezeptabholung. Schutz: Notfallkonzept Arztpraxen und Apotheken, verschraubter BTM-Schrank, DGUV-Gefährdungsbeurteilung.

Spielhallen und Wettbüros: hohes Bargeldvolumen, oft kleine Teams. Schutz: Safe mit Zeitverzögerung, stiller Alarm, Zwei-Personen-Regel beim Leeren.

Filialbanken: obwohl Bargeldbestände sinken, bleiben Banken Hochrisiko-Ziele. Schutz: zertifizierte Schutzglas, Geldcassetten-Systeme, VdS-Klasse C Alarmanlage.

Kioske und Gastronomie: Abendöffnungszeiten, Einzelarbeit, überschaubare Mitarbeiterzahl. Schutz: HelpMeButton, Videoüberwachung, Alarmierungstraining.

Regionale Hotspots

Nordrhein-Westfalen: Höchste Absolutzahlen, Ballungsraum Ruhrgebiet/Rheinland.
Berlin: Hohe Überfallsdichte pro 100.000 Einwohner.
Hamburg und Bremen: Hafennähe, Bahnhofsviertel problematisch.
Hessen (Frankfurt): Finanzmetropole-Effekt.
Bayern/Baden-Württemberg: niedrigere Dichte, aber wachsend.

Tat-Zeiten und Tathergang

Häufigste Tatzeit: Abendstunden 19–22 Uhr (bei Öffnungsende), frühe Morgenstunden (Öffnung), Wochenenden.
Typischer Ablauf: 60–90 Sekunden Kontakt, oft bewaffnet (auch Scheinwaffen), Fluchtweg zu Fuß oder PKW.

Diese Kürze bedeutet: manueller Notruf per Telefon ist zu langsam. Nur stille Alarme in <2 Sekunden helfen.

Prävention: Was nachweislich wirkt

Stiller Alarm mit Leitstellenaufschaltung: Spart messbar Zeit gegenüber einer telefonischen Notrufmeldung — die genaue Verkürzung der Polizei-Reaktionszeit hängt von der regionalen Einsatzlage ab. Details im Fachartikel Stiller Alarm vs. Offener Alarm.

Videoüberwachung mit Aufzeichnung: Erhöht die Aufklärungsquote spürbar gegenüber Standorten ohne Aufzeichnung — die genaue Steigerung dokumentieren BKA und LKA-Auswertungen je Bundesland. DSGVO-konforme Umsetzung im Fachartikel Videoüberwachung für Unternehmen DSGVO-konform.

Bargeldreduktion: Zeitverzögerte Safes, Kassen mit begrenztem Maximum, tägliche Abschöpfung.

Mitarbeiterschulung: Deeskalation trainieren, stille Alarmierung einüben, Nachbetreuung regeln.

Haftung und Gefährdungsbeurteilung

§5 ArbSchG verpflichtet Arbeitgeber zur Gefährdungsbeurteilung. DGUV Information 206-007 konkretisiert diese für Überfallrisiken (Apotheken, Tankstellen, Einzelhandel).

Fehlt die Dokumentation, drohen bei Vorfällen Haftung und Bußgeld. Siehe Fachartikel Gefährdungsbeurteilung Überfallrisiken.

Quellen und Datengrundlage

Wer mit Statistik arbeitet, sollte die Primärquellen kennen. Für das gewerbliche Umfeld in Deutschland sind folgende öffentliche Datenquellen relevant:

  • BKA — Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS): Jährlich publiziert, gegliedert nach Deliktarten und Tatorten. Verfügbar unter bka.de.
  • Landeskriminalämter: PKS auf Landkreisebene, oft mit Branchen-Differenzierung in den Sonderauswertungen.
  • DGUV/BG-Berichte: Auswertungen zu Arbeitsunfällen mit Gewaltbezug, insbesondere durch die BGW (Wohlfahrt), BGN (Nahrung/Gastronomie), BGHW (Handel) und VBG (Verwaltung).
  • EU-OSHA: Europaweite Übersicht zu Gewalt am Arbeitsplatz und Vergleich zwischen Mitgliedsstaaten.

Wer bei der Gefährdungsbeurteilung statistisch fundiert argumentieren möchte, zieht idealerweise die letzte PKS für den eigenen Landkreis heran und ergänzt um Branchen-Daten der zuständigen BG.

Was die Zahlen für die Gefährdungsbeurteilung bedeuten

Statistik ist keine Pflichtaufgabe — sie ersetzt nicht die konkrete Beurteilung des einzelnen Arbeitsplatzes. Sie ist aber Argumentations-Grundlage für:

  • Begründung der Maßnahmen-Auswahl gegenüber Geschäftsleitung und Betriebsrat
  • Plausibilisierung von Versicherungs-Rabatten
  • Nachvollziehbarkeit für die BG bei Audits
  • Priorisierung im Filialrollout (welche Standorte zuerst, siehe Filialbetriebe absichern)

In der Praxis empfiehlt es sich, die Beurteilung mindestens jährlich an die aktuelle PKS-Lage anzupassen — und nach jedem Vorfall im eigenen Betrieb oder im unmittelbaren Umfeld.

HelpMeButton: Anwendung im Kleinbetrieb

Viele Tankstellen, Apotheken, Kioske und Friseursalons nutzen den HelpMeButton als pragmatischen stillen Alarm. Ein großer Knopf am Tresen, verbunden mit der Stadtritter-Leitstelle. Ab 9,98 €/Monat pro Standort. Vollständige Pricing-Logik im Fachartikel Kosten Überfallschutz 2026.

Versicherung

Viele Gewerbeversicherer gewähren 5–15 % Prämienrabatt bei nachgewiesener Alarmkette (Alarmanlage + Leitstelle + stiller Alarm). Die Investition amortisiert sich oft in 2–3 Jahren.

Mid-Content-CTA: Betreiben Sie einen Hochrisiko-Betrieb? Risikoanalyse anfragen – individueller Schutzkonzept-Vorschlag binnen 48h.

Häufig gestellte Fragen

Welche Branche ist am stärksten betroffen?
Tankstellen, gefolgt von Apotheken und Wettbüros.

Wie schnell ist ein stiller Alarm?
<2 Sekunden von Auslösung zur Leitstelle.

Gibt es regionale Unterschiede?
Ja. Urbane Zentren haben höhere Überfallsdichten.

Hilft Videoüberwachung?
Ja. Aufklärungsquote steigt deutlich, abschreckend wirkt sie zusätzlich.

Was kostet ein Grundschutz?
Ab ca. 10 €/Monat pro Mitarbeiter (HelpMeButton) + einmalige Installation.

Wie oft sollte ich die Gefährdungsbeurteilung aktualisieren?
Jährlich oder bei Veränderungen (Umzug, Personalwechsel, Vorfall).


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