Zuletzt aktualisiert: Mai 2026 | Autor: Stadtritter GmbH – Betreiber des HelpMeButton und einer VdS-zertifizierten 24/7 Notruf- und Serviceleitstelle
Der HelpMeButton wird dort installiert, wo Mitarbeiter täglich arbeiten: am Kassentresen, im Backoffice, an der Rezeption, im Tresorbereich. Damit verbindet sich eine berechtigte Frage aus der Belegschaft: Strahlt das Gerät – und wenn ja, wie stark? Dieser Beitrag ordnet die tatsächliche elektromagnetische Belastung eines fest installierten Notrufknopfes anhand der geltenden Grenzwerte und typischer Vergleichsgeräte ein.
Das Wichtigste in 30 Sekunden:
– Der HelpMeButton kommuniziert über das GSM-Mobilfunknetz – unabhängig von WLAN, LAN oder Festnetz
– Im Normalbetrieb: kurze Status-Signale (Heartbeat) im Stunden-Rhythmus, jeweils Bruchteile einer Sekunde
– Sendeleistung pro Heartbeat: typisch deutlich unter 250 mW; Smartphones im Telefonat senden mit 200 bis 2.000 mW
– Montageort meist unter dem Tresen oder im Möbel – körperfern, durch Abstandsgesetz zusätzlich reduziert
– Konform zu CE und Funkanlagengesetz; Leitstelle nach DIN EN 50518 zertifiziert
– Wirksame Vorsorge laut BfS: Abstand, nicht Schirmprodukte
Was der HelpMeButton ist – und was er nicht ist
Der HelpMeButton ist ein fest installierter Auslöser für eine 24/7 besetzte, nach DIN EN 50518 zertifizierte Notruf- und Serviceleitstelle. Im Notfall – Überfall, medizinischer Vorfall, aggressiver Kunde – löst ein Knopfdruck einen vordefinierten Maßnahmenplan aus: Die Leitstelle übernimmt, alarmiert Polizei, Feuerwehr oder hinterlegte Kontakte und dokumentiert den Vorgang.
Drei Abgrenzungen sind wichtig:
▸ Der HelpMeButton ist kein mobiler Hausnotruf und kein Smartphone-Ersatz. Er sitzt fest am Installationsort.
▸ Er besitzt keine Gegensprechfunktion. Es wird kein dauerhafter Audiokanal geöffnet – der Funkkanal dient ausschließlich der Übertragung des Alarmdatensatzes.
▸ Er sendet nicht permanent Nutzdaten. Im Normalbetrieb wird die Erreichbarkeit über kurze Status-Signale sichergestellt – wie jede GSM-fähige Sicherheitslösung.
Wie die Verbindung technisch aufgebaut ist
Der HelpMeButton kommuniziert über das GSM-Mobilfunknetz mit der Stadtritter-Leitstelle. Das bedeutet konkret: unabhängig von LAN, WLAN oder Festnetz. Selbst bei Stromausfall funktioniert das Gerät weiter über seine interne Energieversorgung.
Diese Architektur ist bewusst gewählt – sie eliminiert eine ganze Klasse von Ausfallrisiken: durchtrennte Netzwerkkabel, ausgefallene WLAN-Router, manipulierte Internetzugänge. Im Ernstfall zählt jede Sekunde, in der das System verbindungssicher arbeitet.
Bei Tastendruck wird ein verschlüsselter Alarmdatensatz mit Standort- und Objektkennung an die rund um die Uhr besetzte VdS-zertifizierte Leitstelle übertragen. Im Normalbetrieb meldet das Gerät seine Erreichbarkeit periodisch über kurze Heartbeat-Signale – ein Standardverfahren für GSM-Sicherheitsgeräte.
Rechtlicher Rahmen: Elektrosmog am Arbeitsplatz
Für Arbeitgeber gelten in Deutschland gleich mehrere Regelwerke:
- 26. BImSchV – Grenzwerte für ortsfeste Funkanlagen.
- Funkanlagengesetz (FuAG) – Konformitätsanforderungen für alle in Verkehr gebrachten Funkgeräte.
- EMFV – Verordnung zum Schutz der Beschäftigten vor elektromagnetischen Feldern – Arbeitsschutzregelung mit Auslösewerten und Expositionsgrenzwerten.
- DGUV-Information 203-038 – Hilfestellung für die Gefährdungsbeurteilung elektromagnetischer Felder.
Für GSM-Geräte mit haushaltsüblicher Sendeleistung – dazu zählt der HelpMeButton – liegen die EMFV-Auslösewerte um mehrere Größenordnungen über der tatsächlichen Belastung. Eine gesonderte Gefährdungsbeurteilung ist in der Regel nicht erforderlich.
Die geltenden Grenzwerte
| Frequenzbereich |
Anwendung |
Grenzwert (V/m) |
| 800 MHz |
LTE 800 |
38 |
| 900 MHz |
GSM 900 |
41 |
| 1.800 MHz |
GSM 1800, LTE 1800 |
58 |
| 2.000 – 300.000 MHz |
UMTS, LTE 2600, 5G |
61 |
Zusätzlich gilt für körpernahe Anwendungen der SAR-Grenzwert von 2 W/kg, gemittelt über 10 g Gewebe.
Sendeleistung im direkten Vergleich
Eine GSM-Funkverbindung – wie sie der HelpMeButton nutzt – arbeitet mit einer regelbaren Sendeleistung. Bei guter Empfangslage wird die Leistung automatisch heruntergeregelt; je schlechter der Empfang, desto höher die nötige Leistung. Für stationäre Geräte an gut versorgten Standorten liegt die typische Sendeleistung deutlich unter dem theoretischen Maximum.
| Gerät am Arbeitsplatz |
Sendeleistung |
Sendedauer |
| HelpMeButton (Heartbeat im Normalbetrieb) |
typisch wenige bis 250 mW |
Bruchteile einer Sekunde, im Stundenrhythmus |
| HelpMeButton (Alarmübertragung) |
bis 250 mW (regelbar) |
einmalig, wenige Sekunden |
| Kassen-WLAN-Router |
bis 100 mW |
Dauerbetrieb |
| DECT-Telefon am Empfang |
250 mW |
Dauerbetrieb |
| Bluetooth-Bondrucker, Scanner |
bis 100 mW |
Verbindungsdauer |
| Smartphone eines Mitarbeiters (LTE-Anruf) |
200 – 2.000 mW |
Sprechdauer am Kopf |
Aus dieser Übersicht folgt eine zentrale Aussage: Der HelpMeButton ist mit Abstand der seltenste Sender im typischen Arbeitsumfeld. Während WLAN-Router, DECT-Telefone und Smartphones permanent oder über lange Strecken senden, beschränkt sich der HelpMeButton im Normalbetrieb auf kurze Heartbeats – und im Ernstfall auf eine einzige Alarmübertragung.
Was im Normalbetrieb tatsächlich passiert
Ein typischer Arbeitstag in einer Apotheke oder einem Ladengeschäft:
- 08:00 Uhr – Heartbeat-Signal zur Verbindungsprüfung. Dauer: Bruchteil einer Sekunde.
- 14:00 Uhr – nächster Heartbeat. Identisch kurz.
- 20:00 Uhr – Schließung. Das Gerät bleibt erreichbar, sendet weiterhin nur periodisch.
Im Ernstfall – Knopfdruck – wird ein Alarmdatensatz übertragen. Die Leitstelle übernimmt innerhalb von Sekunden, das hinterlegte Objektprofil wird geöffnet, die vordefinierte Maßnahmenkette gestartet.
Der entscheidende Punkt: Die kumulierte Sendezeit eines HelpMeButton an einem normalen Arbeitstag liegt im Bereich weniger Sekunden. Zum Vergleich: Ein WLAN-Router an derselben Theke sendet 86.400 Sekunden pro Tag. Ein Smartphone am Kopf des Personals bei einem 5-Minuten-Telefonat erzeugt mehr elektromagnetische Energie als alle Heartbeats des HelpMeButton in einer ganzen Woche.
Was die wissenschaftliche Bewertung sagt
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) klassifiziert hochfrequente elektromagnetische Felder seit 2011 als Gruppe 2B – „möglicherweise krebserregend“. Dieselbe Kategorie umfasst auch Aloe Vera oder eingelegtes Gemüse. Eine Höherstufung in Gruppe 2A oder Gruppe 1 liegt nicht vor.
Die SCHEER-Stellungnahme 2023 des wissenschaftlichen Ausschusses der EU-Kommission bestätigt: Unterhalb der gesetzlichen Grenzwerte sind keine reproduzierbar nachgewiesenen Gesundheitseffekte feststellbar.
Das Bundesamt für Strahlenschutz weist zugleich darauf hin, dass „Schutzprodukte gegen Elektrosmog“ – also Aufkleber, Anhänger oder Folien – „unnötig oder ungeeignet“ sind. Wirksame Vorsorge entsteht durch Abstand und durch Reduktion der eigenen Hauptquellen, nicht durch Zubehör.
Der Vorteil der GSM-Architektur aus Strahlungssicht
Auf den ersten Blick mag GSM nach „mehr Strahlung“ klingen als WLAN. Beim HelpMeButton gilt jedoch das Gegenteil – aus drei Gründen:
▸ Sendehäufigkeit. Während ein WLAN-Router 24/7 sendet, kommuniziert ein stationäres GSM-Gerät nur periodisch mit dem Mobilfunknetz. Die kumulierte Sendezeit pro Tag ist um Größenordnungen niedriger.
▸ Leistungsregelung. GSM-Module regeln ihre Sendeleistung automatisch herunter, wenn die Verbindung gut ist. Stationäre Geräte an gut versorgten Standorten arbeiten meist im unteren mW-Bereich – weit unter dem Maximum.
▸ Distanz. Der Knopf sitzt unter dem Tresen oder im Möbel. Mitarbeiter halten sich nicht direkt am Gerät auf – im Gegensatz zum Smartphone am Ohr.
Was Arbeitgeber konkret prüfen sollten
Eine kompakte Checkliste für Inhaber, Filialleitungen und Sicherheitsverantwortliche:
- CE-Kennzeichnung des installierten HelpMeButton-Geräts – vorhanden.
- Konformitätserklärung nach Funkanlagengesetz – wird mit dem Gerät geliefert.
- Installationsort bewusst wählen: unter dem Tresen, im Empfangsmöbel oder unauffällig im Backoffice. Damit liegt das Gerät automatisch in einem Abstand, der die Feldstärke quadratisch reduziert.
- Kommunikation mit den Mitarbeitern: transparent über Sendeverhalten, Frequenzen und Vergleichswerte informieren. Die Datenlage ist beruhigend – sie sollte auch entsprechend dargestellt werden.
- Gefährdungsbeurteilung nach EMFV: Bei haushaltsüblichen Sendeleistungen genügt die Berücksichtigung im Rahmen der allgemeinen Gefährdungsbeurteilung. Keine Sondermessungen erforderlich.
Verantwortung in der Notfallinfrastruktur
Sicherheitstechnik wird zu Recht an ihrer Hauptfunktion gemessen: Schutz im Ernstfall. Beim HelpMeButton steht eine Leitstellenanbindung nach DIN EN 50518 dahinter, ein definierter Maßnahmenkatalog, eine 24/7-Erreichbarkeit. Die elektromagnetische Belastung, die mit dieser Schutzfunktion einhergeht, ist im täglichen Arbeitsumfeld nicht messbar relevant.
Wer im Betrieb Elektrosmog reduzieren möchte, sollte zuerst beim Mitarbeiter-Smartphone, beim WLAN-Router und beim DECT-Telefon ansetzen. Der Notrufknopf ist beim Thema EMF kein relevanter Faktor – sondern eine Komponente, die im Ernstfall den entscheidenden Unterschied macht.
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